Die Bundesinnung der österreichischen Steinmetze ehrte in Zusammenarbeit mit dem Steinzentrum Hallein die Gewinner des Grabmalpreises 2018. Die Preisverleihung für den 2017 ausgeschriebenen Wettbewerb fand vor großem Publikum auf der Salzburger Messe MONUMENTO 2018 statt.

Mit dem Grabmalpreis fördert die Bundesinnung das zeitgenössische Grabdenkmal mit individueller und persönlicher Gestaltung. Zugleich soll der Preis zur Auseinandersetzung mit der Gestaltung und Bedeutung moderner Friedhofsanlagen anregen. Im Wettbewerb setzen sich die Teilnehmer damit auseinander, wie Grabsteine als Erinnerungszeichen für Trauernde wieder an Wert gewinnen können. Beim Wettbewerb 2018 schrieb die Bundesinnung in Kooperation mit dem Steinzentrum Hallein drei Kategorien aus: In der Kategorie A konnten fertige Arbeiten eingereicht werden, die etwa bei Sonderschauen und Ausstellungen eine Vision davon vermitteln, wie ein Grabmal kundenunabhängig als skulpturales Objekt gestaltet sein könnte. Darunter fallen alle Objekte, die als Erinnerungszeichen bereits gefertigt, aber noch nicht verkauft sind. In der Kategorie B wurden Grabmale, aber auch Marterl oder andere Gedächtnissteine bewertet, die bereits auf Friedhöfen und anderen Gedenkorten errichtet wurden. Dabei stehen der Kommunikationsprozess mit dem Kunden im Vordergrund, die Bezugnahme auf den Verstorbenen und die Einbettung des Grabsteines in die architektonische Anlage. Kategorie C zeichnet Bewerbungen aus, die sich mit Friedhofsanlagen, deren Struktur und architektonischer Entwicklung befassen. Hier sollen Gestaltungsbeispiele von Teilbereichen eingereicht werden, wie etwa Urnenanlagen, denen ein besonderes Augenmerk gilt. Es können sowohl Konzepte in Form von maßstabsgetreuen Friedhofsmodellen als auch bereits umgesetzte Ideen zur Beurteilung vorgelegt werden.

Neuer Zugang zum Thema Friedhof

Moderator und Jurymitglied Dr. Arnold Reinthaler schilderte anhand des Siegerprojekts in der Kategorie A – Mustergrabmale – die Vorgehensweise der Jury. Die mit dem 1. Preis ausgezeichnete „Baumbestattung“ der Stein Baumgartner GmbH in Vöcklabruck war im Rahmen der Landesgartenschau 2017 in Kremsmünster ausgestellt. Das von Steinmetzmeister Bernhard Baumgartner aus Schremser Granit gestaltete Grabdenkmal windet sich um einen Baum; in die Stirnseite ist ein Mühlespiel mit grauen und weißen Kieselsteinen eingearbeitet. Die Jury begründete die Entscheidung damit, dass die „Baumbestattung“ ein verwirklichbares Objekt ist und einen Kommunikationsort darstellt. Kinder werden spielerisch mit einbezogen und finden einen Zugang zum Thema Friedhof.

Bei den praxisbezogenen Grabmalen der Kategorie B erfüllte keine Einreichung die strengen Kriterien der Jury. Die Jury vergab daher jeweils einen 2. Preis an den Steinmetzmeister Erich Trummer aus Gnas, Steiermark, für das „Grabmal eines jungen Tischlers“ in Form einer Kombination von Naturstein und Holz sowie an Steinmetzmeister Benedikt Pointner aus Hofkirchen an der Trattnach, OÖ, für sein „Irisches Kreuz“ aus grauem Marmor.

Den 3. Platz erreichte der Wiener Steinmetzmeister Reinhard Winter für das „Grabmal eines Regisseurs“.

Anerkennungen für die Gestaltung persönlichkeitsbezogener Gestaltungen erhielten die Steinmetzmeisterin Ernestine Lehrer aus Wippenham, OÖ, für ihr Grabmal „Rapp“ mit einem Bücherstapel aus weißem Marmor, Ernst Schumacher aus Birgitz, Tirol, für das Grabmal eines Rosenzüchters sowie Erich Trummer aus Gnas, Steiermark, für ein Mädchengrabmal mit einem symbolischen Schmetterling.  

Urnenplätze statt Urnenwand

In der Kategorie C für Friedhofs- und Urnenanlagen vergab die Jury zwei Anerkennungen: An Erich Schwab aus Puch bei Hallein für die 2016 eröffnete, anonyme Urnenanlage in Puch mit einer Bestattungswiese für naturnahe Bestattungen unterschiedlicher Kulturen und Glaubensrichtungen sowie Bernhard Baumgartner für sein Konzept und die Umsetzung des Urnenfriedhofs Attnang. Weil die vorhandenen Wandurnenplätze ausgeschöpft sind, bedurfte es der Errichtung neuer Urnenwände oder der Gestaltung eines Urnenfriedhofes. Mit der Vergabe der Anerkennung lobt die Jury, dass dank diesem Projekt keine weitere Urnenwand errichtet werden muss.

Über die Bundesinnung der Steinmetze

Die Bundesinnung der Steinmetze ist die Spitzenorganisation aller österreichischen Steinmetzmeister unter der Leitung von Bundesinnungsmeister Wolfgang Ecker aus Traiskirchen. Im Mittelpunkt der Arbeit steht die Kommunikation nach innen und außen sowie die Unterstützung der rund 700 Mitgliedsbetriebe in den Kernbereichen Friedhofskultur, Bau und Innenausbau sowie der Denkmalpflege. Weitere Schwerpunkte sind die berufliche Weiterbildung, die Arbeitssicherheit und die Förderung von qualifizierten Nachwuchs-Fachkräften.

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