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Die Bundesinnung der österreichischen Steinmetze ehrte in Zusammenarbeit mit dem Steinzentrum Hallein die Gewinner des Denkmalpreises und des Grabmalpreises. Die Urkunden wurden auf der Salzburger Messe Monumento 2014 an 12 Steinmetzmeister überreicht.

Der Denkmalpreis der Bundesinnung zeichnet alle zwei Jahre herausragende Leistungen von Steinmetzen in der Denkmalpflege aus. Teilnahmeberechtigt sind selbständige österreichische Steinmetzmeister. Bewertungskriterien sind die handwerkliche Ausführung, die Kreativität und das Gefühl für den Umgang mit dem natürlichen Baustoff Naturstein.

Am 16. Januar 2014 erhielten auf der großen Messebühne in Salzburg sechs Teilnehmer ihre Urkunden aus der Hand von Bundesinnungsmeister Wolfgang Ecker. In seiner Begrüßung betonte Ecker den wichtigen Beitrag der Steinmetzen in der Denkmalpflege: "Der Steinmetz leistet durch seine Arbeit täglich einen wichtigen Beitrag bei der Erhaltung kultureller Güter."

Für Jurymitglied Mag. Johann Nimmrichter vom Bundesdenkmalamt sind Steinmetzen kompetente Ansprechpartner bei der Erhaltung von Denkmalen aus und mit Stein. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion erläuterte Nimmrichter die Bedeutung der handwerklichen Fertigkeiten, aber auch der Kenntnis der historischen Steinbearbeitungsmethoden, die durch Steinmetzen gepflegt werden.

Mit Kaminen zum Sieg

Die Einreichungen spiegeln die große Bandbreite der Arbeit der Steinmetzen in der Denkmalpflege wieder. Gewinner des Restaurierungspreises 2013 sind die Brüder Norbert und Werner Kienesberger. Die Schlüßlberger Steinmetzmeister rekonstruierten fünf Marmor Kamine in Wien. Die nach einem Großbrand zerstörten Kamine wurden nach einer umfangreichen Bauforschung und Materialsuche rekonstruiert. 14 Tonnen Giallo Siena Broccatello Originalmaterial wurden für den ersten Kamin benötigt. Weitere 20 Tonnen Rohmaterial aus dem Lahntal wurden für die vier weiteren Kamine verwendet und bilden zukünftig den Blickfang in einem Luxushotel am Hof 2, Wien. Bei der Urkundenübergabe erläuterte Ing. Norbert Kienesberger die außergewöhnliche Kombination von modernster CNC-Maschinentechnik und traditioneller handwerklicher Bearbeitung, die die wirtschaftliche und zugleich denkmalpflegerisch hochwertige Realisierung des Auftrags ermöglichte: "Auch ein traditionelles Handwerk wie das der Steinmetzen wandelt sich stetig. Neue Techniken halten in der Arbeit für die Denkmalpflege Einzug" erklärte Kienesberger.

Einen 2. Platz errang Ing. Gabriele Stuhlberger aus Wien für die Sanierung eines Fußbodens aus Gußterrazzo in einem Wohnhaus in Wien-Wieden. Einen weiteren 2. Platz erkannte die Jury Wolfgang Ecker aus Traiskirchen für die Rekonstruktion einer 2,5 Tonnen schweren Dachgaube am Stift Klosterneuburg zu. Den 3. Platz erreichte Ing. Gerhard Fraundorfer aus St. Martin im Mühlkreis mit seiner Rekonstruktion und Sanierung der Wimhölzelgruft am St. Barbara Gottesacker in Linz.

Je eine Anerkennung erhielten Laurentiu Dascalu aus Gaishorn am See für die Sicherungs- und Restaurierungsmaßnahmen am Natursteinmauerwerk der Klause Reithtal sowie Richard Ehrlich aus Scheibbs für die Restaurierung eines barocken Hausportals in Sankt Pölten.

Preis für das persönliche Grabdenkmal

Um das Bewahren und Erinnern als kulturellen gesellschaftlichen Wert dreht es sich auch beim zweiten auf der Monumento verliehenen Preis. Mit dem Grabmalpreis fördert die Bundesinnung das handwerkliche Grabdenkmal mit individueller und persönlicher Gestaltung. Zugleich dient der Preis dazu, die Leistungen und die Bedeutung der Steinmetzen für die Trauerkultur in der Öffentlichkeit bewusst zu machen. Ein individuell gestaltetes Grabdenkmal hilft den Angehörigen, ihren Schmerz zu bewältigen und das kostbare Andenken zu pflegen. Das geschieht besonders dann, wenn die Hinterbliebenen und der Steinmetz gemeinsam die Idee für ein solches Grabmal entwickeln. Wie der Weg von der Idee über den Entwurf bis zur Ausführung im Idealfall verläuft, erläuterte Jurymitglied Dr. Arnold Reinthaler. Der freischaffende Künstler erläuterte anhand des Siegerprojekts die Bewertungskriterien für ein persönlich gestaltetes Grabmal. Laut Reinthaler beurteilt die Jury, ob neben der schöpferischen Leistung die Materialwahl, Form, Bearbeitung, Symbolik und das Ornament in harmonischem Einklang stehen und einen Bezug zur Persönlichkeit des Verstorbenen aufweisen.

Grabmalpreis geht nach Wels

Der Gewinner des Grabmalpreises 2013 ist der Welser Steinmetzmeister Dietmar Steller. In das monolithisches Familiengrabmal aus Brannenburger Nagelfluh wurden farbige Glasscheiben in die Aussparungen eingearbeitet. Die Form und Anordnung der offenen und verglasten Durchbrüche folgt einem symbolischen Programm, um die Heilige Dreifaltigkeit auszudrücken. Der Entwurf stammt von Lisa Radler aus Linz.

Den 2. Platz erreichte Johann Paar aus Fladnitz erreicht mit der Kombination von Stein und Holz in einem Familiengrab.Den 3. Platz hat die Jury Ernst Schumacher aus Birgitz für ein Grabmal für ein Lawinenopfer zuerkannt. Drei Anerkennungen wurden vergeben: Für Bernhard Baumgartner aus Vöcklabruck für ein Denkmal mit Titel Metamorphose, für Gerald Hofbauer aus Neunkirchen für eine Urnenstele sowie für Erich Trummer aus Gnas für das Grabmal eines totgeborenes Kindes.

Bildunterschriften

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Podiumsdiskussion bei der Verleihung des Denkmalpreises 2013 der Bundesinnung der österreichischen Steinmetzmeister: Der freischaffende Künstler Dr. Arnold Reinthaler, Mag. Johann Nimmrichter vom Bundesdenkmalamt sowie Fachredakteur Mag. Richard Watzke erläuterten die Bedeutung des Steinmetzen in der Denkmalpflege.

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Die Sieger des Denkmalpreises 2013: Bundesinnungsmeister Wolfgang Ecker (l.) mit den Steinmetzmeistern Werner und Ing. Norbert Kienesberger aus Schlüßlberg.

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Die Gewinner des Wettbewerbs für Steinmetzmeister in der Denkmalpflege bei der Preisverleihung am 16.01.2014 (v.r.n.l.) Wolfgang Ecker (Traiskirchen), Richard Ehrlich (Scheibbs), Ing. Norbert Kienesberger und Werner Kienesberger (Schlüßlberg), Ing. Gabriele Stuhlberger (Wien), Ing. Gerhard Fraundorfer (St. Martin im Mühlkreis), Laurentiu Dascalu (Gaishorn am See).

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Das Siegerprojekt: Dieser 3,5 Tonnen schwere Marmorkamin in einem Wiener Luxushotel wurde von Werner und Ing. Norbert Kienesberger nach einem Großbrand originalgetreu aus italienischem Marmor rekonstruiert.

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Dietmar Steller erhielt die Siegerurkunde im Grabmalwettbewerb von Bundesinnungsmeister Wolfgang Ecker (l.) und Bundesinnungsmeister-Stellvertreter Ing. Norbert Kienesberger überreicht.

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Die Preisträger des Grabmalpreises 2013: (V.r.n.l.): Erich Trummer (Gnas), Johann Paar (Fladnitz), Gerald Hofbauer (Neunkirchen), Gewinner Dietmar Steller (Wels), Ernst Schumacher (Birgitz), Bernhard Baumgartner (Vöcklabruck) und Moderator Mag. Richard Watzke.

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Gewinner des Grabmalpreises: Mit der Auftraggeberin gemeinsam gestaltetes Denkmal von Dietmar Steller, Wels: Die Durchbrüche und Glasscheiben symbolisieren die Heilige Dreifaltigkeit.

Bildnachweise

Wilfried Hummel, Pfarrwerfen

Norbert Kienesberger, Schlüßlberg (denkmalpreis-platz-1)

Horst Stasny (Bild Grabmalpreis-platz-1)

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