2016 06 04 steinmetz schwab puch urnenhain 002In Puch bei Salzburg wurde eine Bestattungswiese mit Denkmal für naturnahe Bestattungen errichtet. Die Symbolik gilt für alle Kulturen und Glaubensrichtungen.

Mit der Gestaltung der Anlage für alle Menschen, egal welcher religiösen oder frei denkenden Gesinnung, wurde der Pucher Steinmetzmeister Erich Schwab beauftragt.

Bei der feierlichen Eröffnung im Juni 2016 sprachen die Vertreter unterschiedlicher Religionsgemeinschaften über das jeweilige Verständnis vom Leben und vom Tod. Die Sikhs begannen, als älteste der Religionen, gefolgt vom Vertreter der Buddhisten, der Pfarramtsleiterin der römisch-katholischen Kirche, dem muslimischem Vertreter, dem evangelischem Pfarrer sowie einem Atheisten.
Das Denkmal als Mittelpunkt der Bestattungswiese wurde aus Untersberger Marmor gestaltet. Jedes der beiden Seitenteile, ausgebildet als Tor, wiegt 1,8 Tonnen. Die Symbolik des Denkmales soll wertfrei für alle religiösen Gemeinschaften und Freidenker sein, erklärt Erich Schwab.

Die Grundidee bei der Gestaltung des Denkmals ist ein Menschenleben. Die Öffnung, im oberen Teil des Torbogens, symbolisiert den Mutterschoß, die Sterne in der Grundplatte die Geburt. Die eingravierten Linien stellen das Leben bis zum Tod dar, diese enden in einem einfach gestaltetem Schlussstein hinter dem Tor. Sowohl Sterne als auch Lebenslinien sind unterschiedlich gestaltet, weil kein Menschenleben dem anderen gleicht. Für das Sterben wurde keine Symbolik verwendet. Das formlose Ende der Lebenslinie im Schlussstein versinnbildlicht das Warten auf die Wiederauferstehung, auf die Wiedergeburt, den Wechsel in eine andere Welt oder ins Nichts.

 eichwalder edith webInterview der ARGE Urnenhain mit der Trauerrednerin Edith Eichwalder.

 Eine individuell gestaltete Grabstätte erfüllt eine wichtige Rolle in der Trauerbewältigung. Über die unterschiedlichen Phasen der Trauer und die Bedeutung der Trauerarbeit spricht Trauerrednerin Edith Eichwalder im Interview mit Richard Watzke für die ARGE Urnenhain.

 ARGE Urnenhain: Frau Eichwalder, was ist Trauer?

Edith Eichwalder: Trauer ist die spontane, natürliche, normale und selbstverständliche Reaktion unseres Organismus, unserer ganzen Person auf Verlust, Trennung und Abschied – diese Definition vom Diplompsychologen und Psychotherapeut Dr. Jorgos Canakakis möchte ich als Antwort anführen. Der Trauerzustand ist etwas, der bei jedem Menschen von Natur aus vorhanden ist, denn wir alle erfahren zuerst einmal unseren „Urtrauerzustand“, nämlich die Trennung von unserer Mutter – dies passiert schon im Kleinkindalter und jeder spätere Verlust erinnert uns an dieses Geschehen.

ARGE Urnenhain: In welchen Phasen verläuft Trauer?
Edith Eichwalder: Wissenschaftlich erforscht und dokumentiert sind verschiedene Ansätze dazu – unter anderem jene nach Dr. Verena Kast, die diese in vier Stufen einteilt: Nicht wahrhaben wollen – die Betäubungsphase und Schockphase; in dieser Phase sind Betroffene empfindungslos und wie tot. Der Verlust wird geleugnet, Gefühle wie Ohnmacht, Leere, Starre herrschen vor. Danach folgt das Aufbrechen der Emotionen. In dieser Sehnsuchtsphase herrscht ein Gefühlschaos, es werden Gefühle von Wut, Zorn und Angst durchlebt, aber auch Schuldgefühle, ob man alles getan hat.

Die dritte Phase ist gekennzeichnet vom Suchen und sich Trennen – in dieser Verzweiflungsphase sind Einsamkeit, Verzweiflung und Hilflosigkeit die bestimmenden Gefühle. Trauernde suchen gemeinsame Orte auf, führen innere Zwiegespräche mit dem Verstorbenen. Es beginnt die Vorbereitung auf ein Leben ohne den Verstorbenen, ohne ihn zu vergessen.

In der vierten Phase baut sich ein neuer Selbst- und Weltbezug auf. Ein Leben ohne den Verstorbenen oder das Verlorene rückt heran; der Verstorbene wird als innerer Begleiter im Leben gesehen, es wird möglich, das eigene Leben wieder zu gestalten, neue Lebensmuster zu finden und neuen Lebensmut zu fassen. Interessant ist, dass die Sterbephasen, erforscht von Dr. Elisabeth Kübler-Ross, in ähnlicher Struktur verlaufen.

ARGE Urnenhain: Was brauchen Angehörige zur Trauerbewältigung?
Edith Eichwalder: Dies ist so unterschiedlich wie die Menschen selbst. Grundsätzlich aber sind es Achtsamkeit und einfühlende Behutsamkeit, mit denen ich trauernden Menschen begegne und die ganz intensive Zugänge eröffnen. Ich erfahre sehr oft dadurch tiefes Vertrauen. Diesem geschenkten Vertrauen begegne ich mit einer sehr wertschätzenden Haltung und dankbaren Resonanz. Einer der wichtigsten Faktoren ist die Zeit, denn jeder Betroffene erlebt die Trauerzeit in seinem eigenen Tempo!

Trauer ist kein linearer Prozess, deshalb sind Rückschritte ebenso normal wie die verschiedensten Ausdrucksformen: Der eine vergräbt sich und der andere sucht Gesellschaft, um sich abzulenken. Unsere sogenannten „Alten“ haben schon immer von einem Trauerjahr gesprochen und sich dieses zugestanden. Trauer darf nicht ins stille Kämmerlein verbannt werden, sie will gesehen, gehört, verstanden und akzeptiert werden, sie benötigt Resonanz.

ARGE Urnenhain: Warum ist Trauern ohne konkreten Ort, ohne Grabstätte so schwierig?
Edith Eichwalder: Die meisten Betroffenen haben das Bedürfnis, einen Platz zu haben, wo man der verstorbenen Person besonders gedenken kann – einen Platz, wo man innehalten kann, wo man sich dieser Person besonders nahe fühlt. In vielen Fällen ist dieser Platz auch die Begräbnisstätte. Dieser konkrete letzte Ort ist aus der Tradition heraus auf einem Friedhof.  Fehlt dieser Ort, weil eine anonyme Bestattungsform gewählt worden ist, haben Hinterbliebene oftmals das Bedürfnis, sich Ersatz-Gedenkstätten zu schaffen.

Es liegt in unserer Natur, sich an etwas festhalten zu können. Ich höre natürlich auch Aussagen wie: „Die verstorbene Person ist ohnedies in unseren Herzen und Gedanken, da bedarf es keines Grabes.“ 

Nachdem der Tod so schwer fassbar ist, brauchen wir gerade hier etwas Greifbares für das Unbegreifliche; etwas, das sichtbar ist, um den nicht mehr sichtbaren Verstorbenen „erlebbar“ zu machen. Hier erfüllt die Grabstätte eine wichtige Rolle und stellt eine Verbindung zwischen der Welt der Toten und der Welt der Lebenden dar.

grabmalpreis gewinner fuchsDie Bundesinnung der österreichischen Steinmetze ehrte in Zusammenarbeit mit dem Steinzentrum Hallein die Gewinner des Denkmalpflegepreises und des Grabmalpreises. Die Urkunden für die 2015 ausgeschriebenen Wettbewerbe wurden auf der Salzburger Messe Monumento 2016 an neun Steinmetzmeister und eine Steinmetzmeisterin überreicht.

Der Denkmalpflegepreis der Bundesinnung würdigt herausragende handwerkliche Leistungen an steinernen Denkmalen aus Stein. Teilnahmeberechtigt für den im zweijährlichen Rhythmus ausgeschriebenen Denkmalpflegepreis sind selbständige österreichische Steinmetzmeister. Kriterien für die Bewertung der eingereichten Projekte sind neben der Beachtung der Grundsätze und Qualitätsansprüche der Denkmalpflege die handwerkliche Ausführung, die Kreativität sowie das Gefühl für den Umgang mit dem Werkstoff Naturstein.

Insgesamt nahmen neun Unternehmen mit 13 Projekten teil. Die Preisträger erhielten am 28. Januar 2016 im Rahmen der Denkmalpflegemesse MONUMENTO 2016 ihre Urkunden aus der Hand von Bundesinnungsmeister Wolfgang Ecker. Gewinner vom Wettbewerb 2015 ist die Wolfgang Ecker GmbH aus Traiskirchen für die Rekonstruktion der Kirchturmspitze der Pfarrkirche Breitensee. Bei der Preisverleihung betonte Ecker die Bedeutung der Steinmetzen in der Denkmalpflege: "Denkmale aus Stein sind allgegenwärtig. Sie sind als Teil unserer kulturellen Identität anerkannt. Der Steinmetz leistet durch seine Arbeit täglich einen unverzichtbaren Beitrag bei der Erhaltung dieser Kulturgüter."denkmalpflegepreis gewinner ecker 02

Für Jurymitglied Mag. Johann Nimmrichter vom Bundesdenkmalamt sind Steinmetzen kompetente Ansprechpartner bei der Erhaltung von Denkmalen aus und mit Stein. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion erläuterte Nimmrichter die Bedeutung der handwerklichen Fertigkeiten, aber auch der Kenntnis der historischen Steinbearbeitungsmethoden, die durch Steinmetzen gepflegt werden.

Steinmetzinnung präsentiert sich auf Fachmesse für Bestattungsbedarf „Devota“ mit Urnenhain und österreichischem Friedhofstag: Gezeigt wurde, was gefragt ist und wohin der zukünftige Weg führt.

„Gestalten wir die Zukunft unserer Friedhöfe“: Unter diesem Motto fand am Freitag dem 25. September der Friedhofstag 2015 statt. Schauplatz war der dafür eigens gestaltete Urnenhain der Steinmetze auf der „Devota“, der Fachmesse für Bestattungsbedarf, in Ried im Innkreis. Die rund 70 Teilnehmer zeigten sich begeistert vom Urnenhain der Steinmetze, „ein einmaliger Ruheort zum Verweilen und Wohlfühlen“ - so das einhellige Fazit, und nutzen den Tag für branchenübergreifende Vernetzung, Diskussion, Reflexion und Weiterbildung.

Der österreichweite Friedhofstag 2015, den das Steinzentrum Hallein, zusammen mit der ARGE Urnenhain und der Österreichischen Steinmetzinnung ausgerichtet hat, begann mit einem Vortrag von Günther Czasny, Geschäftsführer der Strassacker KG (Süßen, Dtl.). Sein Thema: „Friedhof – der Ort, der gut tut“. „Die Weiterentwicklung unserer Friedhofskultur bedarf eines ständigen Dialogs und Austauschs und muss wieder ins Bewusstsein der Trauerkultur rücken!", forderte Caszny, der seit vielen Jahren kulturelle Basisarbeit in der Branche leistet. Die Friedhofskultur sei ein Spiegelbild der Gesellschaft, so Caszny. Veränderungen auf religiöser, sozialer und kultureller Ebene würden dafür sorgen, dass auch die Trauer- und Bestattungskultur einem stetigen Wandel unterliege.

Im Anschluss referierte Dr. Bernd Haintz, Geschäftsführer der Innung der Steinmetze in der Wirtschaftskammer Steiermark,  über „Pflichten am Friedhof aus rechtlicher Sicht“ und klärte die Anwesenden auf, welche Anforderungen und auch Haftungen auf Friedhofsbetreiber, Steinmetze oder Grabberechtigte künftig zukommen werden.
Danach stand Steinmetz Hermann Rudolph, Landesinnungsmeister der bayerischen Steinmetze, auf der Rednerliste. Er setzte sich mit der brisanten Frage „Wie sieht die Zukunft unserer Friedhöfe aus?“ auseinander und zeigte Strategien für mögliche Weiterentwicklungen und daraus resultierende Erfordernisse auf.

FRIEDHOFSTAG am Freitag, 25. September 2015
09.45 – 15.00 Uhr, im Rahmen der Friedhofsmesse
DEVOTA in Ried/ Innkreis








„GESTALTEN WIR DIE ZUKUNFT UNSERER FRIEDHÖFE“

Sehr geehrte Damen und Herren,

unter diesem Motto laden wir Sie herzlich zu unserem österreichweiten Friedhofstag am Freitag, 25. September 2015, im Rahmen der Friedhofsmesse Devota ein. Schauen Sie vorbei und informieren Sie sich über positive Lösungsansätze für Ihre Friedhöfe. Mit hervorragenden Referenten wollen wir Ihnen Einblicke zu verschiedenen Themenbereichen rund um den Friedhof geben. Inmitten unseres Schaufriedhofes findet unser Seminar statt und wir laden Sie zum Verweilen und bewussten Betrachten ein. Im Anhang legen wir Ihnen das Programm und Anmeldeformular bei.

Machen Sie mit und gestalten Sie die Zukunft Ihres Friedhofs, wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Programm und Anmeldeformular:

Suche

Newsletter

Falls Sie über unsere laufenden Aktivitäten informiert werden wollen, melden Sie sich bitte zu unserem Newsletter an!

Zum Seitenanfang