titelseite folder arge urnenhainUrnenwände sind eine Bankrotterklärung an die Friedhofskultur – der neue Friedhofsfolder der ARGE Urnenhain spricht Klartext. Urnenwände brauchen viel Platz, sind wuchtig in Form, witterungsempfindlich, gestatten weder Privatheit und noch individuelle Gestaltung und sind schlussendlich lediglich eine Zwischenlagerung, die nach Ablauf der vereinbarten Frist mit einer anonymen Einbringung in die Erde zu Ende geht. Dieser Unkultur tritt die ARGE Urnenhain, in der die Steinmetz-Innung und das Steinzentrum Hallein kooperieren, auch im zweiten Jahr ihres Bestehens mit Vehemenz - und besagtem neuen Friedhofsfolder entgegen. Dieser Folder, der auch dem DEVOTA Journal in Österreich beiliegt, soll Gemeinden, Pfarrämter und Friedhofsverwaltungen davor bewahren, die immensen Fehler der Vergangenheit zu wiederholen.

Ein Rückblick: 2011 wurde die Arbeitsgemeinschaft ARGE Urnenhain von der Steinmetzinnung Salzburg gegründet. Anlass boten die vielen Fragen, die der Wandel in der Bestattungskultur bzw. in der Friedhofskultur aufwirft. Die ARGE setzte sich zum Ziel, gemeinsam mit erfahrenen Partnern Friedhofsbetreibern Hilfe anzubieten und kompetente Antworten von Fachfrauen und Fachmänner verschiedener Branchen zu bündeln.

monumento grabmalpreis-platz-1

Die Bundesinnung der österreichischen Steinmetze ehrte in Zusammenarbeit mit dem Steinzentrum Hallein die Gewinner des Denkmalpreises und des Grabmalpreises. Die Urkunden wurden auf der Salzburger Messe Monumento 2014 an 12 Steinmetzmeister überreicht.

Der Denkmalpreis der Bundesinnung zeichnet alle zwei Jahre herausragende Leistungen von Steinmetzen in der Denkmalpflege aus. Teilnahmeberechtigt sind selbständige österreichische Steinmetzmeister. Bewertungskriterien sind die handwerkliche Ausführung, die Kreativität und das Gefühl für den Umgang mit dem natürlichen Baustoff Naturstein.

Am 16. Januar 2014 erhielten auf der großen Messebühne in Salzburg sechs Teilnehmer ihre Urkunden aus der Hand von Bundesinnungsmeister Wolfgang Ecker. In seiner Begrüßung betonte Ecker den wichtigen Beitrag der Steinmetzen in der Denkmalpflege: "Der Steinmetz leistet durch seine Arbeit täglich einen wichtigen Beitrag bei der Erhaltung kultureller Güter."

Für Jurymitglied Mag. Johann Nimmrichter vom Bundesdenkmalamt sind Steinmetzen kompetente Ansprechpartner bei der Erhaltung von Denkmalen aus und mit Stein. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion erläuterte Nimmrichter die Bedeutung der handwerklichen Fertigkeiten, aber auch der Kenntnis der historischen Steinbearbeitungsmethoden, die durch Steinmetzen gepflegt werden.

Mit Kaminen zum Sieg

Die Einreichungen spiegeln die große Bandbreite der Arbeit der Steinmetzen in der Denkmalpflege wieder. Gewinner des Restaurierungspreises 2013 sind die Brüder Norbert und Werner Kienesberger. Die Schlüßlberger Steinmetzmeister rekonstruierten fünf Marmor Kamine in Wien. Die nach einem Großbrand zerstörten Kamine wurden nach einer umfangreichen Bauforschung und Materialsuche rekonstruiert. 14 Tonnen Giallo Siena Broccatello Originalmaterial wurden für den ersten Kamin benötigt. Weitere 20 Tonnen Rohmaterial aus dem Lahntal wurden für die vier weiteren Kamine verwendet und bilden zukünftig den Blickfang in einem Luxushotel am Hof 2, Wien. Bei der Urkundenübergabe erläuterte Ing. Norbert Kienesberger die außergewöhnliche Kombination von modernster CNC-Maschinentechnik und traditioneller handwerklicher Bearbeitung, die die wirtschaftliche und zugleich denkmalpflegerisch hochwertige Realisierung des Auftrags ermöglichte: "Auch ein traditionelles Handwerk wie das der Steinmetzen wandelt sich stetig. Neue Techniken halten in der Arbeit für die Denkmalpflege Einzug" erklärte Kienesberger.

Einen 2. Platz errang Ing. Gabriele Stuhlberger aus Wien für die Sanierung eines Fußbodens aus Gußterrazzo in einem Wohnhaus in Wien-Wieden. Einen weiteren 2. Platz erkannte die Jury Wolfgang Ecker aus Traiskirchen für die Rekonstruktion einer 2,5 Tonnen schweren Dachgaube am Stift Klosterneuburg zu. Den 3. Platz erreichte Ing. Gerhard Fraundorfer aus St. Martin im Mühlkreis mit seiner Rekonstruktion und Sanierung der Wimhölzelgruft am St. Barbara Gottesacker in Linz.

Je eine Anerkennung erhielten Laurentiu Dascalu aus Gaishorn am See für die Sicherungs- und Restaurierungsmaßnahmen am Natursteinmauerwerk der Klause Reithtal sowie Richard Ehrlich aus Scheibbs für die Restaurierung eines barocken Hausportals in Sankt Pölten.

Devota 2013 2Die Devota 2013 war ein guter Erfolg. Aus Sicht der Steinmetze, mit Ihren tollen Angeboten rund um den Friedhof, war diese Messe bisher der größte Erfolg.

Es entwickelten sich viele gute Gespräche mit Friedhofsbetreibern, Bestattern und Totengräbern. Auch Endverbraucher waren sehr interessiert an der Möglichkeit einer Urnenbeisetzung im Erdgrab. Viele hatten von einer Urnenbeisetzung jenseits der Urnenmauer keine Ahnung. Der gewünschte Effekt, dass eine Bio Urne im Erdgrab natürlich verrotten kann ist DIE ZUKUNFT auf unseren Friedhöfen und wurde sehr positiv aufgenommen.

Viele Besucher bedauerten, dass diese Präsentation der Steinmetze nicht öfter zu sehen ist. Sie waren erstaunt darüber, dass diese tolle Ausstellung alleine für die Devota erarbeitet wurde.
Die ästetische Wirkung der Urnenwiese gegenüber der Urnenwand war bei allen Besuchern offensichtlich. Das positiver Erscheinungsbild unserer Präsentation passte auch hervorragend in die Vorträge welche im Innenraum der Steinmetzausstellung abgehalten wurden.

Dialoggespräche auf der Friedhofsmesse DEVOTA 2013

Am 27. und 28. September 2013 finden bei der Friedhofsmesse DEVOTA 2013 in Ried im Innkreis zwanglose, aber vor allem sehr wichtige Dialoggespräche statt. Diese einzigartige Möglichkeit sich über aktuelle und zukünftige Friedhofsangelegenheiten zu informieren hat es in Österreich noch nie gegeben. Die immens wichtige Entwicklung unserer Friedhöfe wird mit hochkarätigen Gesprächen in juristischer und gestalterischer Richtung abgehalten.

Freitag, 27. September 2013 von 13.00 – 14.00 Uhr
Dr. Bernd Haintz steht für Rechtsauskünfte im Friedhofswesen bereit und stellt sich Ihren Fragen.
Die rechtliche Verantwortung von Friedhofsbetreibern; Aufgaben, Pflichten und Rechte unter Berücksichtigung
des ABGB und der Friedhofsordnung.

Samstag, 28. September 2013 von 14.00 – 15.00 Uhr
Der professionelle Friedhofsberater Herr Mag. Johann Gutschi erörtert mit Ihnen die Entwicklung
unserer Friedhöfe und gibt gestalterische Impulse.

Nutzen Sie bitte dieses wichtige und einzigartige Angebot!
Natürlich stehen Ihnen die Steinmetzmeister an allen Messetagen, für Ihre Fragen zur Verfügung!

Die Dialoggespräche finden am Messestand der Bundesinnung der Steinmetze statt:

Halle 18 „Der Weg“
Friedhofs‐ und Bestattermesse
DEVOTA 27. – 29. September 2013
Brucknerstraße 39
4910 Ried im Innkreis
www.devota.at

Der sinnvolle Umgang mit der Urne

Im Interview mit der ARGE Urnenhain erläutert Bestatter Kurt Schoosleitner die Unterschiede zwischen Beisetzungen von Urnen in Wandnischen und in der Erde.

 
ARGE Urnenhain: Herr Schoosleitner, wohin geht der Trend bei Urnenbeisetzungen?

Kurt Schoosleitner: In der Region Thalgau wird ein Drittel der Urnen in Urnenhainen beigesetzt, zwei Drittel gelangen in die Erde. Die Form der Erdbeisetzung der Urne steigt spürbar an, sobald eine Gemeinde kleinere Grabflächen speziell für Urnen bereitstellt.

ARGE Urnenhain: Wie unterscheiden sich Urnenhain und Urnenwand?

Kurt Schoosleitner: Im Sprachgebrauch der Bestatter meint der Begriff Urnenhain eine Urnenwand mit Nischen, die durch Platten verschlossen sind. Die andere Form der Urnenbeisetzung sind Urnengräber, bei denen die Urnenkapsel in die Erde gegeben wird.

ARGE Urnenhain: Wo sehen Sie Probleme bei Urnenwänden?

Kurt Schoosleitner: Nicht alles, was praktisch ist, ist auch sinnvoll. Vor zwei oder drei Jahrzehnten war eine Urnenwand neu, man hielt sie daher für eine gute Idee. Mittlerweile weiß man, dass eine solche Wand mit hohen Kosten für die Gemeinde verbunden ist, bei der Gestehung und im Unterhalt. Die Gebühren decken keineswegs die damit verbundenen Kosten.

ARGE Urnenhain: Ist eine Beisetzung in der Erde teurer als in einer Wandnische?

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