Die Bundesinnung der österreichischen Steinmetze ehrte in Zusammenarbeit mit dem Steinzentrum Hallein die Gewinner des Denkmalpflegepreises 2018. Die Urkunden für die 2017 ausgeschriebenen Wettbewerbe wurden auf der Salzburger Messe Monumento 2018 an vier Steinmetz-Meisterbetriebe überreicht.

Der Denkmalpflegepreis der Bundesinnung würdigt herausragende handwerkliche Leistungen im Bereich der Restaurierung und Denkmalpflege. Teilnahmeberechtigt für den im zweijährlichen Rhythmus ausgeschriebenen Wettbewerb sind selbständige österreichische Steinmetzmeister. Insgesamt waren 11 Projekte eingereicht worden. Die Preisträger nahmen ihre Urkunden am 11. Januar 2018 im Rahmen der Denkmalpflegemesse MONUMENTO 2018 im Beisein der Jurymitglieder Mag. Astrid Huber-Reichl und Dr. Arnold Reinthaler in Empfang.

Die Jury aus Denkmalpflegern, Vertretern des Bundesdenkmalamtes sowie dem Steinmetzhandwerk bewertete die eingereichten Projekte aus und mit Naturstein anhand zahlreicher Kriterien: Neben der Sensibilität dem Material gegenüber werden ebenso die Materialauswahl, die Oberflächenbearbeitung und die angewandten historischen Handwerkstechniken beurteilt. Anteil bei der Bewertung haben ebenfalls das restauratorische Können, die einzelnen Bearbeitungsschritte und deren Dokumentation, der Umgang mit der Originalsubstanz und der harmonische Gesamteindruck.

Die Bundesinnung der österreichischen Steinmetze ehrte in Zusammenarbeit mit dem Steinzentrum Hallein die Gewinner des Grabmalpreises 2018. Die Preisverleihung für den 2017 ausgeschriebenen Wettbewerb fand vor großem Publikum auf der Salzburger Messe MONUMENTO 2018 statt.

Mit dem Grabmalpreis fördert die Bundesinnung das zeitgenössische Grabdenkmal mit individueller und persönlicher Gestaltung. Zugleich soll der Preis zur Auseinandersetzung mit der Gestaltung und Bedeutung moderner Friedhofsanlagen anregen. Im Wettbewerb setzen sich die Teilnehmer damit auseinander, wie Grabsteine als Erinnerungszeichen für Trauernde wieder an Wert gewinnen können. Beim Wettbewerb 2018 schrieb die Bundesinnung in Kooperation mit dem Steinzentrum Hallein drei Kategorien aus: In der Kategorie A konnten fertige Arbeiten eingereicht werden, die etwa bei Sonderschauen und Ausstellungen eine Vision davon vermitteln, wie ein Grabmal kundenunabhängig als skulpturales Objekt gestaltet sein könnte. Darunter fallen alle Objekte, die als Erinnerungszeichen bereits gefertigt, aber noch nicht verkauft sind. In der Kategorie B wurden Grabmale, aber auch Marterl oder andere Gedächtnissteine bewertet, die bereits auf Friedhöfen und anderen Gedenkorten errichtet wurden. Dabei stehen der Kommunikationsprozess mit dem Kunden im Vordergrund, die Bezugnahme auf den Verstorbenen und die Einbettung des Grabsteines in die architektonische Anlage. Kategorie C zeichnet Bewerbungen aus, die sich mit Friedhofsanlagen, deren Struktur und architektonischer Entwicklung befassen. Hier sollen Gestaltungsbeispiele von Teilbereichen eingereicht werden, wie etwa Urnenanlagen, denen ein besonderes Augenmerk gilt. Es können sowohl Konzepte in Form von maßstabsgetreuen Friedhofsmodellen als auch bereits umgesetzte Ideen zur Beurteilung vorgelegt werden.

LGS KatalogWandel Screen dunkel 1Der Wandel des christlichen Grabmals

ein Beitrag Österreichischer Steinmetze zur OÖ Landesgartenschau Kremsmünster vom 21. April bis 15. Oktober 2017

Wer bin ich?
Woher komme ich?
Wohin gehe ich?
Menschsein umfasst viele Dimensionen. Der Blick in die Geschichte lehrt uns, dass die Kunst immer wieder nach Bildern für dieses Menschsein sucht, aber nicht nur mit Blick auf den Menschen, sondern auch mit Blick auf eine größere Dimension, auf einen umfassenderen Kontext, auf eine Gottesfrage. Der Blick geht aber auch auf sich selber, auf ein Du und auf die Gemeinschaft, die uns umgibt.

Das Ringen um die Bilder in diesem Feld ist eine stete Aufgabe, wie das Leben selbst.
Eine besondere Herangehensweise kommt hier den Grabmälern zu, dort, wo früher von den letzten Dingen die Rede war oder die Menschen einer fröhlichen Auferstehung harren. Jeder Mensch hat seine Geschichte und das Grab als einzigartiger Ort ist in der Regel eingebettet in die Gemeinsamkeit eines Friedhofs. Grabdenkmäler erzählen mit ihren Grunddaten und Gestaltungen von individuellen
Lebenswegen und können als Rückversicherungen des Dagewesenseins oder Daseins gelesen werden.
Ich bin.
Ich komme.
Ich gehe.

Hubert Nitsch / kunstreferent und diözesankonservator der diözese linz

Hier können Sie den Katalog downloaden: pdfLGS_KatalogWandel_Screen_dunkel.pdf

Interview der ARGE Urnenhain mit Dr. Arnold Reinthaler.

Mustergräber auf der OÖ Landesgartenschau im Stift Kremsmünster bieten Besuchern ungewohnte Sichtweisen auf das Thema Tod und Trauer. Nach einem Konzept des bildenden Künstlers und Steinmetzmeisters Dr. Arnold Reinthaler schufen 13 österreichische Steinmetzbetriebe Exponate, die sich mit der Entwicklung des christlichen Grabmals von der Antike bis in die Gegenwart auseinandersetzen. Den Weg von der Idee bis zur Umsetzung schildert Arnold Reinthaler im Interview mit Richard Watzke für die ARGE Urnenhain.

ARGE Urnenhain: Was macht die Ausstellung in Kremsmünster so besonders?

Arnold Reinthaler: Die Ausstellung ist als Präsentation künstlerischer Arbeiten konzipiert, die auf einen kulturwissenschaftlichen Hintergrund aufbaut. Wir haben uns von Anfang an gegen das herkömmliche Konzept einer Aneinanderreihung kommerziell verwertbarer Grabmäler entschieden. Mit einer schönen Musterschau im Sinne des erhobenen Zeigefingers – Wir zeigen euch jetzt, wie das ideale Grab auszusehen hat, produziert und kauft endlich gute Handwerkskunst – hat unsere Schau nichts gemein. Nicht weil wir Musterschauen, wie es sie seit hundert Jahren gibt, irrelevant fänden. Aber mein Job als Künstler ist es, andere Sichtweisen zu eröffnen, anstatt in das immer gleiche Fahrwasser der ‚Trauerarbeit’ und ihrer Inszenierungen zu tappen.

ARGE Urnenhain: Wie schafft man es, dass Besucher einer Gartenschau auch das Thema Trauer und Grabmal positiv aufnehmen?

Arnold Reinthaler: Indem Grabmäler und ihr Wandel im Laufe der Geschichte selbst thematisiert werden und auf die Ästhetik von Trauerweiden und verklärenden Wellness-Sprüchen verzichtet wird. Ich denke, dass es für Rezipienten interessanter ist zu sehen, wie sich Steinmetze aktiv mit den Umbrüchen des Friedhofswesens beschäftigen, und diese schließlich spielerisch-heiter thematisieren. Wenn über den Tod schon nicht gesprochen werden kann (oder war schon jemals jemand von Ihnen tot?), dann ist es zumindest den Versuch wert, die Vielfalt seiner Abbildungen auf den Friedhöfen vergangener Jahrhunderte zu thematisieren. Ob das positiv aufgenommen wird, kann ich nicht sagen. Mein Ansinnen ist es jedenfalls, die Entwicklung des Grabmals nüchtern und durchaus selbstkritisch darzustellen, anstatt den Steinmetz einmal mehr als den besseren Seelentröster zu präsentieren.

wandel postkarteHERZLICHE EINLADUNG zur Ausstellung Der Wandel des christlichen Grabmals ein Beitrag Österreichischer Steinmetze zur OÖ Landesgartenschau Kremsmünster

vom 21. April bis 15. Oktober 2017 - ERÖFFNUNG: Freitag 21. April 16:00 Uhr - im Garten des Stiftes Kremsmünster, Stift 1, 4550 Kremsmünster

Eine Auswahl von dreizehn Steinmetzen lädt Sie ein, den Wandel von Grabmälern der vergangenen 2000 Jahre nachzuwandern. Beginnend mit dem Grab Jesu werden charakteristische Aspekte repräsentativer Epochen herausgearbeitet und zeitgenössisch interpretiert.

Die einzelnen Stationen der Zeitreise thematisieren markante Umbrüche im Friedhofswesen. Sie verweisen spielerisch auf den Umgang mit dem Begriff Tod und stellen Bedeutung und Tradition des steinernen Grabzeichens in den Mittelpunkt der Ausstellung.

Der Parcours ist eine kritische Auseinandersetzung mit Darstellungsformen des Erinnerns an die eigene Person. Er stellt die Frage, wie zukünftig angemessen – und der Würde des Menschen entsprechend – Grabstätten entwickelt werden können, die Friedhöfe wieder zu einem unverzichtbaren Ort der Trauer, des Erinnerns und des Kommunizierens machen. Wir freuen uns auf euren Besuch!

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